Der Mensch, der gerade das Kino verlassen hat: Zeynep Arslan
Mehmet Akif Büyükatalay / 104’ / Deutsch / 2025 / Deutsch, Englisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch mit deutschen Untertiteln
Büyükatalays zweiter Spielfilm Hysteria geht von den Brandanschlägen auf Häuser von Migrant*innen im Deutschland der 1990er Jahre aus. Der Film bedient sich des Stilmittels des Films im Film und beginnt mit den Dreharbeiten zu einem provokanten Filmprojekt. Als während der Dreharbeiten ein echtes Exemplar des Korans verbrennt, eskaliert die Lage am Set und der deutsch-türkische Regisseur wird des Rassismus beschuldigt. In dieser angespannten Atmosphäre, in der alle aufeinander wütend sind, erkennt die Set-Praktikantin Elif, dass alle beteiligten Parteien in Wahrheit völlig andere Ziele verfolgen. Mit feinsinnigen und eigenwilligen Beobachtungen versucht Hysteria, den allgegenwärtigen, subtilen Rassismus und die Doppelmoral sichtbar zu machen.
Im Lichte aktueller politischer Entwicklungen gewinnt der Film eine brisante Aktualität: Während die diskursiven und praktischen Strategien der erstarkenden extremen Rechten in Europa insbesondere Migrant*innengruppen aus Südasien und Nordafrika sowie muslimische Gemeinschaften direkt ins Visier nehmen, macht der Film die durch dieses politische Klima erzeugte gesellschaftliche Paranoia und die institutionellen Spannungen sichtbar.
Im Anschluss an den Film hält die Politikwissenschaftlerin und Diversitätsexpertin Zeynep Arslan unter dem Titel der Mensch, der gerade das Kino verlassen hat einen Vortrag.
Dr. Zeynep Arslan ist eine Forscherin und Menschenrechtsexpertin mit drei Masterabschlüssen und einer Promotion im Bereich der Sozialwissenschaften. Seit vielen Jahren arbeitet sie in den Bereichen Menschenrechte, Antidiskriminierung, Geschlechtergerechtigkeit, Diversity Management und Inklusion. Arslan, die als Diversity Managerin in den Wiener Gesundheitseinrichtungen tätig war, arbeitet derzeit in der Antidiskriminierungsstelle des Verwaltungsgerichts Wien sowie in dem unabhängigen Kontrollorgan zur Überwachung der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Ihre akademischen Arbeiten setzt sie mit dem Schwerpunkt auf Identität, Zugehörigkeit, postkoloniale Machtverhältnisse, Alevitentum, Zazatum, Migration und pluralistische Demokratie fort.
Datum: 11.10.2026, 19:00 Uhr
Ort: Breitenseer Lichtspiele, Breitenseer Straße 21, 1140 Wien
*Curated by Ece Özdemir! Freier Eintritt!
Diese Veranstaltung findet mit Unterstützung des 14. Bezirks Penzing
und der Stadt Wien MA7statt:








