AktuellesCinemaLiteraturPodiumsdiskussion

Lieben Sie Zeki Müren! Queere Kultur in der Türkei

Wissen Sie, dass es in der Türkei eine fortdauernde queere Kultur seit dem Osmanischen Reich gibt? In diesem Projekt wird die Vergangenheit dieser Kultur gezeigt, die heute als queere Kultur bezeichnet werden könnte und wie diese in der Türkischen Republik, bis zum heutigen Tag, fortdauert.

Projekt Kuratorin: Ece Özdemir

Die Vergangenheit und Gegenwart der queerer Kultur in der Türkei

12. Oktober, 19:30 Uhr, Akademie der Bildenden Künste, Atelierhaus Lehargasse 8, 1060 Wien, 2 OG, Mehrzwecksaal

In dieser Veranstaltung wird Zülfukar Çetin von queerer Kultur in der Türkei und den sie begleitenden Kampf berichten. Er wird Fragen behandeln, wie queere Kultur in der Türkei entstand, die vom Osmanischen Reich bis jetzt fortdauert, und welche Veränderungen sie seither erfuhr und welche Eigenschaften sie heute besitzt?

Zülfukar Çetin, (Prof. Dr.) ist Professor für Migration und Diversity im Studiengang Soziale Arbeit an der EHB und arbeitete bis Oktober 2019 an der Universität Basel im Rahmen des HERA-Forschungsprojekts »Disentangling European HIV/AIDS Policies: Activism, Citizenship and Health (EUROPACH)«. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Migrationspolitik, Antidiskriminierungspolitik, (antimuslimischer) Rassismus, (Post-)Kolonialismus, Queer Theorie und Politik, Queer Bewegung in der Türkei, Heteronormativität und Homonationalismus.

Die Veranstaltung wird zweisprachig, Deutsch und Türkisch stattfinden. Für die Simultan­übersetzung ins Deutsche um Reservierung von Kopfhörern unter: neuerwienerdiwan@gmx.at

Kennenlernen der Queer-Literatur der Türkei

23. October, 19:30 Uhr / Akademie der Bildenden Künste, Atelierhaus Lehargasse 8, 1060 Wien, 2 OG, Mehrzwecksaal

Bei dieser Podiumsdiskussion wird es um Beispiele queererLiteratur in der Zeit des Osmanischen Reiches, in der Frührepublik und in der Türkei der Gegenwart gehen. Kann man über eine queere Literatur des Osmanischen Reiches sprechen, wo im 19. Jahrhundert die sexuellen Normen noch nicht mit heterosexistischem Paradigma bestimmt wurden? Bestand die Existenz einer noch nicht unterdrückten queeren Sprache in der Frührepublik fort, auch wenn es versucht wurde, den Roman dieser Zeit nach den streng heterosexistischen Normen zu bilden? Was sind dann die wirkungsvolle Beispiele der Queer-Literatur in der gegenwärtigen türkischen Literatur?

Ezgi Sarıtaş studierte Politologie und öffentliche Verwaltung an der Technischen Universität des Mittleren Ostens. Ihren Master-Abschluss erlangte sie an dieser Universität und in der Vrije Universität Brussel. In 2018 dissertierte sie auf der Ankara Universität, wo sie derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Gender Studies arbeitet. Ihr Buch Bildung der sexuellen Normalität ist 2020 erschienen.

Sevcan Tiftik, erhielt ihren Master-Abschluss von der Bilkent University, Department of Turkish Literature mit der Arbeit “Comparative Queer Readings: Queer Potentials in Kulin, Mungan and Toptaş Texts”. Sie promoviert in Allgemeiner Soziologie und Methodik an der Mimar Sinan Fine Arts University. Tiftiks akademische Interessen sind Körper, Queer, Behinderung und moderne türkische Literatur.

Die Veranstaltung wird zweisprachig, Deutsch und Türkisch stattfinden. Für die Simultan­übersetzung ins Deutsche um Reservierung von Kopfhörern unter: neuerwienerdiwan@gmx.at

Love, Spells and all That: Queer-Kino der Türkei
Regie: Ümit Ünal, Türkei 2019, 94 min., Türkisch mit englischen Untertiteln

29. October, 19:30 Uhr /Brunnenpassage, Brunnengasse 71, Yppenplatz, 1160 Wien

Wussten Sie, dass es in der Türkei seit den 1980ern ein queeres Kino gibt und seither als unabhängiges Kino Queer-Filme produziert? Filmwissenschaftlerin Ece Özdemir wird an diesem Abend einen Vortrag über ausgewählte Filme des Queer-Kino der Türkei halten.Im Anschluss wird der international preisgekrönte Spielfilm „Love, Spells and All That“, eines der besten Queer-Kino Beispiele der vergangenen Jahre, vorgeführt.

Filminhalt: Als Teenager waren die Politikertöchter Eren und Reyhan, ein Mädchen aus der Arbeiterklasse, ein Liebespaar. Doch als ihre Liebe ans Licht kam, wurden sie getrennt. Eren trifft Reyhan zwanzig Jahre später wieder und versucht, die Zeit zurückzudrehen, doch für Reyhan sind die Wunden der Vergangenheit noch nicht verheilt.

Ece Özdemir, Ankara Universität – Masterstudium an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften und Medienwesen (Radio, TV, Kino), Doktorandin an der Universität für Angewandte Kunst. Vormals Programmleiterin des Internationalen Filmfestivals in Ankara, Editorial-Koordinatorin und zuletzt Chefredakteurin der Zeitschrift „Sekans Kinokultur“. Özdemirs Fokus liegt auf der vergleichenden Filmwissenschaft wischen türkischem und europäischem Kino.

Die Veranstaltung wird zweisprachig, Deutsch und Türkisch stattfinden. Für die Simultan­übersetzung ins Deutsche um Reservierung von Kopfhörern unter: neuerwienerdiwan@gmx.at

Performance: Lieben Sie Zeki Müren!

Queere Figuren in der Populärkultur in der Turkei

31. October, 19:30 Uhr /Brunnenpassage, Brunnengasse 71, Yppenplatz, 1160 Wien

Zeki Müren, einer der wichtigsten Namen der klassischen türkischen Musik, war auch einer der ersten Künstler:innen der Türkei, die eine queere Performance darboten. Auch die erste trans Frau, die Solistin Bülent Ersoy, genoss großes Interesse und Respekt in der Bevölkerung. Seyfi Dursunoğlu, die erste Drag Queen der Türkei auf der Bühne, durfte auf den staatlichen TV-Kanälen der Türkei auftreten: machte Shows auf den berühmtesten Clubs der Türkei und blieb fast 40 Jahre auf den Bühnen. Wie findet die queere Kultur in den populären Kulturprodukten der Türkei der Gegenwart einen Platz? Wie war es gestern, wie ist es heute? Der queere Videographer und Performer Ekim Acun wird diese Fragen mit einer Performance, die die Queer-Videoclips, Lieder und Tänze begleiten, beantworten.

Ekim Acun, Videographer und Performer. Er studierte im Fach Sinema-TV auf der Bilgi Universität. Danach ging er nach New York, um dort eine Weile als Filmeditor zu arbeiten. Später arbeitete er in Istanbul im TV-Sektor als Filmproduzent. Seine Dokumentarfilme und YouTube-Videos genossen wegen seines immenses Interesse und Wissen über die populäre Kultur große Aufmerksamkeit. Er bildete Sokopop YouTube-Kanal und produziert dort weiterhin Inhalte.

Die Veranstaltung wird zweisprachig, Deutsch und Türkisch stattfinden. Für die Simultan­übersetzung ins Deutsche um Reservierung von Kopfhörern unter: neuerwienerdiwan@gmx.at

Eine Kollaboration zwischen Queer Museum Vienna und Neuer Wiener Diwan in Kooperation mit Akademie der Bildenden Künste Wien, Koordinationsstelle Frauenförderung | Geschlechterforschung | Diversität und Brunnenpassage Wien

Diese Veranstaltungsreihe wird unterstützt von:

WASt – Wiener Antidiskriminierungsstelle. und Bundesministerium für Kunst, Kultur (BMKOES)

You may also like